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Die
Intensivstation ruft völlig unterschiedliche Reaktionen bei
Patienten und Angehörigen hervor. Manche bekommen größte
Fluchtgedanken, andere sind beruhigt über die intensive
Überwachung.
Die
Wahrheit liegt in der Mitte.
Die
Intensivstation ist sicherlich kein Ort an dem man sich nach einer
Operation gut erholen kann: Der Patient ist an EKG-Kabel
angeschlossen, meistens noch an Infusionen usw. und er hat in der
Regel verordnete Bettruhe, er ist quasi angebunden. Ständig
kommt jemand an das eignene Bett oder an das des Nachbarpatienten (in
der Regel liegen zwei Patienten in einem Zimmer) und will etwas. Es
gibt keine Privatsphäre und keine Ruhe. Das beginnt mit dem dem
Waschen und Betten morgens, dann finden mehrfache Visiten statt, die
Krankengymnastik wird angeleitet, Blutabnahmen werden bis zu 5 mal am
Tag durchgeführt, das Licht wird bis auf wenige Stunden in der
Nacht nicht gelöscht und Alarmtöne von Infusionspumpen,
Beatmungsgeräten und Überwachungsgeräten hören
Sie eigendlich ständig.
Aber gerade die so schrecklich anmutenden Apparate, die unsinnig erscheinenden Abläufe und die unruhige Betriebsamkeit sind notwendig um ein Überleben bei kritischen Erkrankungen zuermöglichen. Die vielfältigen Überwachungsgeräte helfen Störungen zu sehr frühen Zeitpunkten zu erfassen, bevor der Mensch richtig krank ist. Ein wesentlicher Bestandteil der pflegerischen Arbeit besteht in der intensiven Krankenbeobachtung. Durch die ständige Arbeit am Krankenbett (Bettenmachen, Waschen, Mundpflege, Abklopfen, Einreiben, Dokumentation) werden andere Veränderungen des Patientenzustandes erfaßt. Durch künstliche Ernährung, Beatmung, Dialyse und Gabe von Medikamenten kann der Ausfall von Organen verhindert oder zumindest überbrückt werden.
Intensivstation für Angehörige:
So erleben die Angehörigen die Intensivstation, wenn sie zum erstem Mal kommen um den Patienten zu besuchen...
Intensivstation für Patienten:
Der Patient der wirklich einer medizinischen Behandlung bedarf, ist in einem solchen Ausnahmezustand, daß ihn die äußeren Bedingungen nicht unangehm erreichen...
Intensivstation nach Komplikationen:
Probleme sind aufgetreten. Der Patient ist kranker geworden statt gesünder. Die Angehörigen sind verstört oder voller Vorwürfe. Die Ärzte sind betroffen. Grenzen der medizinischen Möglichkeiten werden sichtbar. Bleiben Sie im Gespräch mit dem Stationsarzt...
Ärzte, Schwestern und Pfleger die hier arbeiten sind besonders geschult. Die besondere Arbeitssituation führt dazu, daß nur Menschen mit einer bestimmten Charakterstruktur letztlich langfristig erfolgreich auf der Intensivstation Dienst tun können.